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Die meist sehr jungen Aktiven
der Schaubühne
zogen das Publikum in ihren Bann.
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Viele Kinder und auch
Erwachsene schauten sich das diesjährige Weihnachtsmärchen im
Neunkircher Bürgerhaus an.
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Abgesehen von den Gebrüdern Grimm hat es wohl kein
anderer deutscher Autor geschafft, Kinder mit Erzählungen so in ihren Bann
zu ziehen, wie Erich Kästner. Seine bedeutendsten Werke „Emil und die
Detektive“, „Das doppelte Lottchen“, „Pünktchen und Anton“, „Die Konferenz
der Tiere“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“ machten ihn weltweit bekannt
und wurden in fast alle Sprachen übersetzt. Die diesjährige Aufführung des
Weihnachtsmärchens im Bürgerhaus Neunkirchen behandelte eines seiner
weniger bekannten Werke: „Der 35. Mai“.
Das Amateurtheater Schaubühne gab das Werk in einer bearbeiteten Fassung,
als das Musical „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“. Zwischen
Donnerstag, dem 5. Dezember und Sonntag, dem 8. Dezember hatten Kinder wie
Erwachsene insgesamt sechsmal die Gelegenheit, das Stück zu besuchen.
Leider hatten nicht alle Kinder unserer Stadt das Vergnügen, die spannende
Reise des phantasielosen Konrads zu sehen. Sie verpassten, wie Konrad (Yannik
Seewald), der sich eines Referates wegen zusammen mit seiner Tante
Ringelhuth (Margret Gampper) und dem ehemaligen Zirkuspferd Negro Caballo
(Anja Burg-Panter) aufmacht, die Südsee zu entdecken. Dabei führt ihr Weg
durchs Schlaraffenland, durch die verkehrte Welt und durch Elektropolis.
Sie lernen auf ihrer Wanderung viele faszinierende Figuren kennen, sei es
der schwerhörige Karl, der Große (Uwe Trautmann) oder der faule Präsident
des Schlaraffenlandes Seidelbast (Jérome Schnell). Stets führt sie ihre
Wanderung durch die farbenfroh und liebevoll gestalteten Bühnenbilder von
Thomas Waldura, Uwe Trautmann, Katrin Decker und Markus Fuchs. Begleitet
wurde die Reise von schöner Musik (Oliver Fries, Hans Peter Bode) mit
einprägsamen Liedtexten (Karl-Herbert Schäfer), die meist von den ganz
hervorragend singenden Kommentatorinnen Bettina Mick und Bärbel Waldura
vorgetragen wurden. Die Kinder erfuhren, dass Übergewicht im
Schlaraffenland Pflicht ist, dass Krieg eine sehr schlimme Sache darstellt
und dass man auf dem aus Metall bestehenden Äquator direkt zur Südsee
gelangt. Während dieser wundersamen Reise, interagierten die Darsteller
stets mit dem jungen Publikum, verließen die Bühne, um durch die
Zuschauerreihen zu tanzen, stellten an die Kinder Fragen und forderten sie
auf, ihnen verschiedentlich zur Seite zu stehen. So entstand das
faszinierende Gefühl, ein Teil der Reisegesellschaft zu sein.
Bei den Erwachsenen, dürfte die kleine „Oppositionelle“ aus einer der
ersten Reihen, während einer der Vorstellungen für zusätzliche Heiterkeit
gesorgt haben. Denn während die anderen Kinder auf viele Fragen mit einem
johlenden „Ja“ antworteten, entgegnete die junge Dame stets ein
kategorisches „Nein“. Insgesamt war dies eine mehr als gelungene
Einstimmung auf die Weihnachtszeit, und wir können uns schon auf das
nächste Jahr freuen, wenn wieder ins Bürgerhaus geladen wird.